Kernspintomographie / Magnetresonanztomographie (MRT)
Im Folgenden möchten wir Ihnen den Untersuchungsablauf in unserer Praxis beschreiben. So können Sie sich gut auf Ihren Termin vorbereiten.
Die Magnetresonanztomographie ist ein bildgebendes Verfahren, das zur Darstellung von Struktur und Funktion der Gewebe und Organe im Körper eingesetzt wird.
Die MRT arbeitet mit elektrischen und magnetischen Feldern. Es werden Hochfrequenzimpulse (Radiowellen) eingesetzt, die im menschlichen Körper Wasserstoff-Atome anregen, sie also in Schwingung bringen. Verschiedene Gewebearten reagieren hierbei unterschiedlich. So werden Kontraste zwischen den Organen und Geweben sichtbar.
Auf Schichtaufnahmen, die den menschlichen Körper in jeder beliebigen Ebene abbilden können, werden sämtliche Organe mit einer hohen Detailerkennbarkeit dargestellt und mögliche krankhafte Veränderungen erkannt.
Das Verfahren kommt ganz ohne Röntgenstrahlen aus. Dennoch darf es in Deutschland fast nur von Radiologen eingesetzt werden.
Es gibt verschiedene Gerätetypen und eine große Bandbreite an Untersuchungssequenzen, die unsere Radiologen in Abhängigkeit von der Fragestellung Ihres behandelnden Arztes verwenden. Der Untersuchungsablauf wird dabei an Ihre individuellen Beschwerden angepasst. Je nachdem welche Informationen Ihr Arzt benötigt, muss vor der Untersuchung eventuell ein Kontrastmittel intravenös gespritzt werden, um bestimmte Strukturen in Ihrem Körper besser abbilden zu können.
In Ausnahmefällen kann nach der Gabe des Kontrastmittels als Nebenwirkung eine allergische Reaktion auftreten, die durch den untersuchenden Arzt meist komplikationslos beherrschbar ist.
In den letzten Jahren hat sich allerdings gezeigt, dass bestimmte MRT-Kontrastmittel bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion eine sogenannte „Nephrogene Systemische Fibrose (NSF)“ auslösen können. Hierbei handelt es sich um ein therapeutisch schwer beherrschbares Krankheitsbild, das potentiell auch innere Organe befallen und die Lebenserwartung erheblich verkürzen kann. Die Entstehung dieses Krankheitsbildes ist noch nicht vollständig erforscht. Sicher ist jedoch, dass eine eingeschränkte Nierenfunktion (besonders wenn GFR < 30 ml/min/1,73 m²), eine wiederholte Gabe von Kontrastmitteln oder hohen Dosen sowie die Art des Kontrastmittels eine wichtige Rolle spielen. Es sind weltweit etwa 500 Fälle bei 100 Millionen Kontrastmittelgaben beschrieben worden. Die mit Abstand meisten Berichte über die NSF stammen aus Ländern, in denen bevorzugt große Mengen linear-nichtionische MR-Kontrastmittel angewendet werden (v.a. den USA). Die in der Radiologischen Allianz eingesetzten MR-Kontrastmittel sind diesbezüglich deutlich weniger risikobehaftet. Dennoch wägen wir bei allen Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion Nutzen und Risiko ab - auch unter Berücksichtigung der Risiken alternativer Verfahren.
Wenn bei Ihnen eine Nierenerkrankung besteht, sprechen Sie uns bitte an!
Für die Dauer der Untersuchung werden Sie auf einem speziellen Tisch gelagert. Ihr Kopf ruht in einer gepolsterten Plastikmulde oder auf einem Kissen. Dann wird der Tisch in den Scanner hinein gefahren. Um möglichst klare Bilder zu erhalten, ist es wichtig, dass Sie sehr ruhig und entspannt liegen. In manchen Fällen werden Sie gebeten, bis zu 30 Sekunden lang den Atem anzuhalten. Jegliche Bewegung, insbesondere Ihres Kopfes oder Rückens (selbst die Bewegung Ihres Kiefers beim Sprechen), während des Scans verschlechtert die Bildqualität erheblich. Während das Gerät Aufnahmen Ihres Körpers macht, hören Sie in schneller Folge, laute Klopfgeräusche aus dem Inneren des Scanners. Deshalb erhalten Sie Ohrenstöpsel. Während der Aufnahme sollten Sie gleichmäßig, langsam und ruhig atmen, aber ansonsten jegliche Bewegung wie Husten oder Wackeln vermeiden. Auch wenn das klopfende Geräusch aufhört, dürfen Sie Ihre Lage noch nicht verändern und sich nicht bewegen. Dieser Vorgang wird normalerweise mehrmals wiederholt. Die gesamte Untersuchung dauert in der Regel zwischen 15 und 30 Minuten.
Wichtig: Bei der MRT kommt der Nachverarbeitung der gewonnen Bilddaten eine entscheidende Bedeutung zu. Teilweise werden erst nach der eigentlichen Untersuchung aus vielen Einzelbildern Nachbildungen der untersuchten Körperregion berechnet.
Zu den Nachverarbeitungsvorgängen gehören:
- Rekonstruktionen der Bilder in anderen Körperebenen
- Signalintensitätsmessungen
- Größenbestimmungen
- Rekonstruktionen von 3D Bildern
Diese Umrechnungsprozesse sind zeitaufwändig, so dass das Ergebnis der Untersuchung nicht unmittelbar nach der Durchführung einer Kernspintomographie vorliegt.
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